Deutschland 2009, 30 min
Regie: Elisabeth Pricken
Deutsche Fassung, Dokumentarfilm
Die 17jährige Schülerin Damla, deren Namen auf Deutsch „Tropfen“ bedeutet, wohnt mit ihrer Familie in Berlin-Neukölln. Einmal in der Woche besucht sie die Hausaufgabengruppe einer Beratungsstelle für Mädchen und Frauen aus der Türkei. Auf den jungen Frauen lastet ein enormer Druck – den von allen Seiten an sie gerichteten Anforderungen gerecht zu werden. Das betrifft die Lebenssituation innerhalb ihrer Herkunftsfamilie und ihr kulturelles Selbstverständnis ebenso wie die Suche nach einer eigenen Identität im engen Rahmen traditionell geprägter Rollen-Bilder. Neben unterschiedlichen Formen von alltäglichen Rassismen reflektieren sie auch Erfahrungen mit Gewalt unter Jugendlichen.
Die Berichte der Frauen werden ergänzt durch Auszüge aus einem Radiointerview zwischen dem Radiomoderator Ingo Kahle und dem Bildungshistoriker Prof. Heinz Elmar Tenorth (Humboldt-Universität). Komplementär zeigen nüchterne Schwarzweiß-Bilder die Eintönigkeit einer Umgebung, auf die sich das Leben ihrer Bewohner weitestgehend beschränkt. Dennoch fordern die Aussagen auf, einen Weg aus der immanenten Resignation zu suchen. In diesem Sinn wird der Film zu einer Art Hommage an diejenigen, die ihr Recht auf Selbstbestimmung wahrnehmen. Ein einzelner „Tropfen“ wird schließlich wieder zum „Ozean“.
(Elisabeth Pricken)
Gäste: Elisabeth Pricken, Sever Yazar (Anti-Diskriminierungsnetzwerk Berlin-Brandenburg, angefr.), Alexander Klose (Freie Universität Berlin, Magisterstudiengang Gender- und Diversitykompetenz), Hadaya Iraki